Anwenderbericht: Mastercam für den modischen Durchblick
Die Modebranche ist mit ihren immer neuen Trends das Paradebeispiel für die Kurzlebigkeit des Produktdesigns. Entsprechend hoch sind die Anforderungen für Designer, Produktentwickler und nicht zuletzt für die Hersteller. „Lifestyle“ bedeutet daher in vielen Betrieben eher „Highlife“, insbesondere kurz vor Erscheinen einer neuen Kollektion. Die Firma Baumgärtner Funkenerosion im fränkischen Georgensgmünd kann als Formen- und Werkzeuglieferant zweier namhafter Hersteller von Ski- und Sportbrillen ein Lied davon singen.
Marketingstrategen und „Sporthelden“ wie Sven Hannawald haben einstmals zweckorientierte Ausrüstungsgegenstände längst in den Kultstatus eines unverzichtbaren Modeaccessoires für die junge Generation erhoben. Die Rede ist von Ski- und Sportbrillen. Die Trendsetter der Markenwelt arbeiten nah am Zeitgeschmack der Masse. Und wer als Erster einen neuen Trend etablieren kann, erntet den Profit. Entsprechend kurz sind die Produktentwicklungszeiten, was natürlich auch die Zulieferer zu spüren bekommen. Das kann Peter Baumgärtner, Inhaber der Firma Baumgärtner Funkenerosion, auch für den Formenbau bestätigen: „Ein reibungsloser Fertigungsprozess ist deshalb für uns überlebenswichtig. Und zwar durch alle Unternehmensbereiche. Angefangen bei qualifizierten Mitarbeitern, über eine zuverlässige Konstruktions- und Steuerungssoftware bis hin zu einem modernen Maschinenpark.“
Seit 1992 arbeitet die Firma Baumgärtner mit der CAD/CAM-Software Mastercam. Mit mehr als 85.000 Installationen weltweit ist die aktuelle Mastercam-Version das Resultat jahrelanger Erfahrung im Werkzeug- und Formenbau, was sich in den anwenderorientierten Funktionen widerspiegelt. An drei CAD-Arbeitsplätzen setzt das Baumgärtner-Team mit dem Programm das um, was die Designer bei UVEX® und ALPINA® zum Saisontrend erklärt haben. In der Produktion entstehen danach auf verschiedenen 4- und 5-Achs-Fräsen sowie Funkenerodiermaschinen die Formen für Bügel, Gläser, Rahmen und sonstige Bestandteile der Brillen.
Mastercam bietet unter anderem die Erweiterung vieler Funktionen für die Mehrachsen- und HSC-Bearbeitung. Eine Verbesserung, die sich laut Baumgärtner unter anderem in einer deutlichen Verkürzung der Bearbeitungszeiten auszahlt. Dies sind aber nicht die einzigen Argumente für Mastercam. Einer der grundlegendsten Vorteile sei die Durchgängigkeit und Vielseitigkeit des Systems. Interne Fehlerquellen, zum Beispiel durch Datenkonvertierung, sind nahezu ausgeschlossen. Auf die einmal erstellten Konstruktionsdaten kann in allen weiteren Fertigungsschritten problemlos zurückgegriffen werden. Selbst die Steuerung verschiedener Maschinenfabrikate ist ohne Einschränkungen möglich.
Einen weiteren Vorteil sieht Baumgärtner in der vollen Assoziativität des Programms. Sämtliche Änderungen in der Konstruktionszeichnung werden von dem Programm automatisch in allen nachfolgenden Bearbeitungsschritten aktualisiert, bis hin zur Neuberechnung der Fräswege. Dies zahlt sich insbesondere dann aus, wenn kurz vor Fertigstellung der Formen für die neue Brillenkollektion nochmals Änderungen vorgenommen werden müssen.
Ebenso unkompliziert wie in bezug auf die Steuerung verschiedener Maschinenfabrikate zeigt sich Mastercam auch bei der Verwendung von Dateiformaten anderer CAD/CAM-Systeme. Mit den serienmäßigen Schnittstellen können alle gängigen Formate wie IGES, Parasolid®, SAT, DXF, VDA, CADL, STL und ASCII problemlos importiert werden. Zusätzliche Schnittstellen für AutoCAD®, STEP, Catia® oder Pro/Engineer® sind optional erhältlich.
Die meisten Formen für die filigranen Brillendetails können nur durch Erodieren realisiert werden. Das Herstellen von Elektroden bzw. Erodieroberflächen macht daher einen großen Teil der täglichen Arbeit bei Baumgärtner aus. Mastercam bietet auch hier mit dem Zusatzprogramm MoldPlus® eine optimale Ergänzung. Es beinhaltet die Automatisierung immer wiederkehrender Arbeitsschritte und eine übersichtliche, individuell zu konfigurierende Dokumentation für bestmögliche Kontrolle in allen Phasen der Bearbeitung. Eine ständige Kollisionskontrolle bei jedem neuen Arbeitsschritt verhindert frühzeitig Fehler, die andernfalls in einer zeitaufwendigen Korrektur behoben werden müssten. Die Elektrodenherstellung wird laut Aussage von Baumgärtner entscheidend vereinfacht und somit auch die Durchlaufzeiten des gesamten Auftrags wesentlich verkürzt.
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